Astrokinder
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Kapitel 5 von 6

Sternbilder

Basierend auf den Fakten aus »Karla erkundet die Konstellationen«

Kernidee

Sternbilder sind vom Menschen festgelegte Muster am Himmel – die Sterne darin liegen oft in völlig unterschiedlicher Entfernung und haben astrophysikalisch nichts miteinander zu tun.

1Lichtverschmutzung durch Streulicht

Über Städten und Dörfern sorgen Straßenlaternen, beleuchtete Häuser und Autoscheinwerfer für ständiges künstliches Licht. Dieses Streulicht überstrahlt den Nachthimmel und macht viele Sterne unsichtbar – aus einem Garten mitten im Ort sind deshalb oft nur die allerhellsten Sterne zu erkennen.

Je weiter man sich von Siedlungen entfernt, desto dunkler wird der Himmel und desto mehr Sterne werden sichtbar: Auf freien Feldern etwas außerhalb eines Ortes sind bereits deutlich mehr Sterne zu sehen, auch wenn am Horizont noch der Lichterschein des Orts zu erkennen ist. Erst an sehr abgelegenen, dunklen Orten – etwa hoch oben in den Bergen – zeigt sich der Sternenhimmel in seiner vollen Pracht.

Die Skyline einer beleuchteten Großstadt bei Nacht – gut zu erkennen, wie hell der Himmel darüber aufgehellt wird
Die Skyline einer beleuchteten Großstadt bei Nacht – gut zu erkennen, wie hell der Himmel darüber aufgehellt wird

2Was ist ein Sternbild?

Der Nachthimmel ist heute in 88 offiziell festgelegte Sternbilder eingeteilt. Ein Sternbild ist dabei kein zufälliges Muster, sondern ein fest abgegrenztes Stück Himmel – alle Sterne, die innerhalb dieses Bereichs liegen, gehören definitionsgemäß zu diesem Sternbild.

Sternbilder waren für die Menschen schon lange vor der modernen Astronomie wichtig: Zum einen dienten sie dem Geschichtenerzählen, denn in denselben Sternanordnungen erkannten unterschiedliche Kulturen ganz verschiedene Figuren. Zum anderen hatten Sternbilder eine sehr praktische Aufgabe – sie zeigten Reisenden an Land und auf See die Richtung.

3Das Sternbild Orion

Ein auffälliges Sternbild ist Orion, erkennbar an drei eng beieinanderstehenden Sternen in einer Reihe – dem Gürtel des Orion, der wie eine Perlenkette wirkt. Zusammen mit den umliegenden Sternen bilden sie das gesamte Sternbild. Orion ist allerdings nur in den Wintermonaten am Nachthimmel zu sehen.

Je nach Kultur wurde in genau dieser Sternanordnung ganz Unterschiedliches gesehen: ein Schaf, ein Pflug, ein Schmetterling oder ein Kriegsboot.

Das Sternbild Orion mit seinem markanten Gürtel aus drei Sternen
Das Sternbild Orion mit seinem markanten Gürtel aus drei Sternen

4Kassiopeia

Ein weiteres gut erkennbares Sternbild ist Kassiopeia: Fünf helle Sterne formen am Nachthimmel ein großes W. Anders als Orion ist Kassiopeia das ganze Jahr über sichtbar. In der griechischen Mythologie steht Kassiopeia für eine Frau – auch wenn sich diese Figur in der Sternanordnung nicht ohne Weiteres erkennen lässt.

Obwohl die fünf Sterne der Kassiopeia von der Erde aus betrachtet nah beieinanderzustehen scheinen, sind sie in Wirklichkeit unterschiedlich weit entfernt: Caph liegt 54 Lichtjahre entfernt, Ruchbah 100 Lichtjahre, Schedar 230 Lichtjahre, Segin 440 Lichtjahre und Tshi sogar 615 Lichtjahre. Manche Sterne des Sternbilds sind der Erde also vergleichsweise nah, andere sehr weit entfernt.

Die Kassiopeia am Sternenhimmel mit den unterschiedlichen Entfernungen ihrer Sterne
Die Kassiopeia am Sternenhimmel mit den unterschiedlichen Entfernungen ihrer Sterne

5Der Große Bär

Ein weiteres bekanntes Sternbild ist der Große Bär, dessen auffälligster Teil oft wie ein kleiner Wagen mit Deichsel aussieht. Von Deutschland aus lässt sich dieses Sternbild das ganze Jahr über beobachten. Im Volksmund wird dieser Teil des Sternbilds deshalb häufig auch „der Große Wagen“ genannt.

6Die Ekliptik

Alle Planeten unseres Sonnensystems bewegen sich auf einer gemeinsamen Ebene um die Sonne. Verbindet man die am Nachthimmel sichtbaren Planeten gedanklich zu einer Linie, ergibt sich genau diese Ebene – sie wird Ekliptik genannt.

7Die Tierkreiszeichen

Entlang der Ekliptik liegen zwölf Sternbilder, die sogenannten Tierkreiszeichen – darunter der Widder, die Fische und der Stier. Von der Erde aus betrachtet durchläuft die Sonne im Laufe eines Jahres nacheinander genau diese zwölf Sternbilder.

Welches Tierkreiszeichen einem Monat zugeordnet wird, hängt davon ab, in welchem Sternbild sich die Sonne zu dieser Zeit befindet: Im April durchläuft die Sonne das Sternbild Widder, weshalb dem April das Tierkreiszeichen Widder zugeordnet wird.

Wichtige Begriffe in diesem Kapitel

  • Sternbild (Konstellation): Ein von der Internationalen Astronomischen Union (IAU) fest abgegrenztes Stück Himmel; heute gibt es 88 offiziell festgelegte Sternbilder.
  • Lichtverschmutzung: Die Aufhellung des Nachthimmels durch künstliches Licht von Städten, wodurch viele Sterne unsichtbar werden.
  • Tierkreiszeichen: Die zwölf Sternbilder entlang der Ekliptik, die die Sonne im Laufe eines Jahres nacheinander durchläuft.
  • Ekliptik: siehe Kapitel 1

Die passende Geschichte bei Karla:

Karla erkundet die Konstellationen

Kurzer Check

Teste dein Wissen zu diesem Kapitel – wähle jeweils eine Antwort.

1. Wie viele offiziell festgelegte Sternbilder gibt es heute?

2. Warum sieht man in der Stadt weniger Sterne als auf dem Land?

3. Was zeichnet das Sternbild Orion aus?

4. Was sind Tierkreiszeichen?

5. Was zeigt das Beispiel der Kassiopeia-Sterne besonders deutlich?

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